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💊 Wenn Drogerien Medikamente versenden – und wohin sich die Apotheke entwickeln muss

Der Gesundheitsmarkt bleibt in Bewegung – und der Wettbewerb für Vor-Ort-Apotheken wird intensiver. Mit dem Start seines OTC-Versands greift nun auch die Drogeriekette dm aktiv in den Arzneimittelmarkt ein. Ein weiterer Player, der den ohnehin hohen Druck auf Apotheken erhöht. Gleichzeitig zeigt dieser Schritt sehr deutlich, wohin sich die Apotheke vor Ort künftig entwickeln muss: weg von der reinen Produktabgabe, hin zur ersten und einfachsten Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen.

🛒 Was dm jetzt einführt: OTC-Versand unter dem Namen „dm-med“

Nach langer Ankündigung hat dm seinen Versandhandel für rezeptfreie, apothekenpflichtige Arzneimittel gestartet. Unter dem Namen „dm-med“ bietet der Karlsruher Drogeriekonzern ab sofort rund 2.500 apothekenpflichtige Arzneimittel sowie etwa 1.000 Produkte aus der Dermokosmetik an. Ergänzt wird das Sortiment durch apothekenexklusive Nahrungsergänzungsmittel und Vitamine.

Inhaltlich fokussiert sich dm auf besonders nachfragestarke Kategorien wie Schmerzmittel, Grippepräparate, Nahrungsergänzungsmittel und Frauengesundheit. Schon der kommunikative Auftritt ist bewusst apothekennah: Die Einführung wird mit einer Illustration unter dem Titel „Lékárna“ – tschechisch für Apotheke – begleitet.

Mit dm-med will das Unternehmen seine Gesundheitsstrategie weiter ausbauen und sich stärker als Anbieter rund um Gesundheit und Prävention positionieren.

Weiter Infos darüber kannst du hier nachlesen.

💸 Aggressive Preise als Wettbewerbsvorteil

Zusätzliche Brisanz erhält der Markteintritt durch die klare Preisstrategie. dm-Geschäftsführer Christoph Werner kündigte im Interview mit dem Handelsblatt an, rezeptfreie Arzneimittel zu besonders niedrigen Preisen anbieten zu wollen. Ziel sei es, vor allem jüngere Zielgruppen wie Millennials und die Gen Z anzusprechen, die Gesundheitsprodukte zunehmend online einkaufen.

Werner argumentiert, dass dm diese Kund:innen verliere, wenn sie rezeptfreie Medikamente ausschließlich bei Onlineapotheken fänden. Langfristig könne er sich sogar vorstellen, Apotheken in Drogeriemärkten zu betreiben. Der Einstieg in den OTC-Versand ist dabei Teil einer größeren Strategie: In einzelnen Filialen bietet dm bereits Gesundheitsdienstleistungen wie Augenchecks oder Hautanalysen an.

Für Vor-Ort-Apotheken bedeutet das: Der Preis- und Plattformwettbewerb verschärft sich weiter – und das nicht nur durch klassische Versandapotheken, sondern nun auch durch Handelsriesen mit enormer Marktmacht.

Mehr darüber kannst du hier nachlesen.

⚠️ Kritik aus Apothekerschaft und Politik: Beratung darf nicht verwässern

Die Reaktionen aus der Branche fallen entsprechend kritisch aus. Der Deutsche Apothekerverband warnt vor einer Verwischung der Grenzen zwischen Drogeriemarkt und Apotheke. Verbandschef Hans-Peter Hubmann betont, dass apothekenpflichtige Arzneimittel hochwirksam und potenziell gefährlich sein können und deshalb fachgerecht abgegeben werden müssen – nicht marketinggetrieben.

Auch aus der Politik kommen warnende Stimmen. Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi (SPD) sieht Onlineapotheken von Drogeriemärkten kritisch. Zwar sei ein schneller Zugang zu Medikamenten wichtig, doch Selbstdiagnosen könnten fatale Folgen haben. Eine qualifizierte Beratung sei aus medizinischer Sicht unerlässlich – notfalls auch telemedizinisch. Die alleinige Verlagerung von Verantwortung auf Patient:innen hält Philippi für den falschen Weg.

Sein Fazit ist eindeutig: Wichtiger als neue Onlineangebote sei eine Stärkung der wohnortnahen Versorgung, eine überfällige Apothekenreform und ein funktionierendes Primärarztsystem.

Mehr über das Thema findest du hier und hier.

🏥 Die Apotheke vor Ort ist mehr als ein Shop – und genau darin liegt ihre Zukunft

Der Markteintritt von dm zeigt eines sehr deutlich: Der reine Verkauf von Medikamenten wird zunehmend zur Commodity. Preise, Sortiment und Verfügbarkeit lassen sich skalieren – Beratung, Verantwortung und Nähe nicht.

Die Zukunft der Vor-Ort-Apotheke liegt daher nicht im Wettbewerb um den günstigsten Warenkorb, sondern in ihren echten Stärken:

  • Wohnortnähe und Erreichbarkeit – ohne Wartezeit, ohne Versandrisiken
  • Persönliche, professionelle Beratung durch pharmazeutisches Fachpersonal
  • Gesundheitsdienstleistungen, von Prävention über Medikationschecks bis hin zu frauenspezifischer Beratung
  • Der Botendienst als entscheidender Vorteil: Er vereint persönliche Beratung mit der schnellsten Lieferform – oft noch am selben Tag, in akuten Fällen innerhalb kürzester Zeit

Gerade in Notfällen, bei älteren oder immobilen Patient:innen und bei komplexen Therapien ist der Botendienst mehr als Logistik. Er ist ein Teil der Versorgung – nah, verantwortungsvoll und menschlich.

Der Einstieg von dm in den Arzneimittelversand ist damit nicht nur eine neue Konkurrenzsituation. Er ist ein klarer Weckruf: Die Apotheke vor Ort bleibt unverzichtbar – wenn sie sich konsequent als Gesundheitsdienstleister positioniert. Genau dort liegt ihre Zukunft.

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