In dieser Ausgabe des apomap Newsflash geht es um einen echten Meilenstein für die Vor-Ort-Apotheke: Am 13. Oktober 2026 hat die Bundesapothekerkammer das neue Curriculum „Durchführung von Schutzimpfungen in Apotheken“ verabschiedet1.
Damit ist die Grundlage geschaffen, dass Apotheken Erwachsene künftig mit allen Impfstoffen impfen dürfen, die keine Lebendimpfstoffe sind2. Die große Frage: Kann die Apotheke so helfen, Deutschlands Impflücken zu schließen?
Niedrigschwellige Prävention: Das ApoVWG in der Realität 🩺
Grundlage ist das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), das am 2. Juli 2026 in weiten Teilen in Kraft getreten ist3. Bisher durften Apotheken nur gegen Grippe und COVID-19 impfen2.
Das Ziel ist klar formuliert: höhere Impfquoten in Deutschland. Impfungen sollen „flächendeckend und niederschwellig“ verfügbar werden, so BAK-Präsident Dr. Armin Hoffmann2.
Genau hier liegt die Stärke der Apotheke vor Ort: lange Öffnungszeiten, kurze Wege und ein Team, das viele Menschen ohnehin regelmäßig sehen. Wer nur schnell ein Rezept einlöst, kann künftig direkt fragen: „Ist meine Auffrischung eigentlich noch aktuell?“
Von FSME bis Tetanus: Was Patient:innen am HV-Tisch erwartet 📍
Erlaubt sind künftig alle Nicht-Lebendimpfstoffe, sofern die zu impfende Person mindestens 18 Jahre alt ist3. Denkbar sind damit zum Beispiel Auffrischungen gegen Tetanus, Diphtherie und Keuchhusten, Impfungen gegen FSME oder gegen Pneumokokken.
Neu ist auch, wer impfen darf: Apotheker:innen können die Verabreichung des Impfstoffs erstmals an PTA, Pharmazieingenieur:innen und Pharmazeut:innen im Praktikum delegieren1.
Voraussetzung: Sie wurden ärztlich geschult, haben die Schulung erfolgreich abgeschlossen und werden beim Impfen beaufsichtigt1. Aufklärung, Anamnese, Einwilligung und Dokumentation bleiben bei den geschulten Apotheker:innen1.
Für den Alltag ist das ein spürbarer Unterschied: Das Impfangebot hängt nicht mehr allein an einer Person im Team, sondern lässt sich auf mehrere Schultern verteilen.
Ergänzen statt ersetzen: Praxen und Apotheken Hand in Hand 🤝
Die Apotheke soll die Hausarztpraxis nicht ersetzen. Sie erreicht aber Menschen, die sonst gar keinen Impftermin vereinbaren würden – weil die Praxis voll ist, die Zeit fehlt oder der Impfpass schlicht vergessen wurde.
Das Curriculum selbst ist ein Gemeinschaftswerk: Die BAK hat es nach § 20c Infektionsschutzgesetz in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer und in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut entwickelt1. Ein gutes Signal für die Zusammenarbeit der Heilberufe.
Der Fahrplan bis 2027: Was Teams jetzt vorbereiten sollten ⏳
Die komplette Schulung umfasst 23 Fortbildungsstunden à 45 Minuten in fünf Teilen – vom Selbststudium über Theorie und praktische Übungen bis zur Ersten Hilfe bei Impfreaktionen4.
Wer bereits für Grippe- und COVID-19-Impfungen qualifiziert ist, braucht nur eine Ergänzungsschulung4. Für PTA und Pharmazieingenieur:innen sind die nötigen Inhalte eigens ausgewiesen4.
Parallel laufen die Honorarverhandlungen. Die BAK geht davon aus, dass die neuen Impfungen spätestens ab Jahresbeginn 2027 auch zu Lasten der Krankenkassen möglich sind2.
Für euch heißt das: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um zu klären, wer im Team geschult werden soll, wie Beratungsraum und Notfallausstattung aussehen und wie ihr das Angebot in euren Abläufen unterbringt.
💬 Und bei euch?
Plant ihr in eurer Apotheke, das Impfangebot auf alle Totimpfstoffe auszuweiten – und werdet ihr dafür auch eure PTA schulen lassen? Oder seht ihr den Aufwand eher als Hürde? Schreibt uns eure Meinung!

Danke für eure Aufmerksamkeit! 🤩 Schaut für weitere Einblicke und Lösungen zur Optimierung eurer Lieferprozesse in der Apotheke auf unserer Website vorbei! Bis zum nächsten Mal! 👋
Quellen
¹ Bundesapothekerkammer: Curriculum „Durchführung von Schutzimpfungen in Apotheken“, Version 1.0 vom 13. Oktober 2026
https://www.abda.de/fileadmin/user_upload/assets/Fortbildung/Zertifikatfortbildungen__open_/Curriculum_Schutzimpfungen_in_Apo_26_10_13.pdf
² ABDA: Bundesapothekerkammer schafft Grundlage für viele neue Impfungen in Apotheken (13.10.2026)
https://www.abda.de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/detail/bundesapothekerkammer-schafft-grundlage-fuer-viele-neue-impfungen-in-apotheken/
³ Apothekerkammer Berlin: Erweiterte Impfkompetenzen in Apotheken / § 20c IfSG
https://www.akberlin.de/fuer-mitglieder/fortbildung/impfungen
https://www.gesetze-im-internet.de/ifsg/__20c.html
⁴ ABDA: Schutzimpfungen in Apotheken
https://www.abda.de/fuer-apotheker/schutzimpfungen/schutzimpfungen-in-apotheken/
