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Telepharmazie: Wie digitale Vernetzung die Vor-Ort-Apotheke stärkt und Ärzte entlastet

In den letzten Wochen hat die Diskussion um die Zukunft unseres Gesundheitssystems Fahrt aufgenommen. Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) brachte es kürzlich auf den Punkt: „Das aktuelle Honorarsystem bedingt, dass Patienten in die Praxis gebeten werden, auch wenn das nicht notwendig wäre.“ Er verwies auf die Absurdität, dass Bluthochdruckpatienten mit stabiler Medikation quartalsweise beim Arzt vorstellig werden müssen, anstatt ein Jahresrezept zu erhalten. Laumann betonte zurecht: „Wir sollten den Heilberuf des Apothekers generell breiter denken. Apotheken vor Ort seien der einfachste Zugang ins Gesundheitssystem. So können wir Arzt-Patienten-Kontakte reduzieren.“

Mehr dazu kannst du hier nachlesen.

Diese Aussagen treffen den Kern einer Problematik, die wir bei apomap bereits ausgiebig beleuchtet haben: die schwierige wirtschaftliche Lage der Vor-Ort-Apotheken. Doch es gibt eine weitere, ebenso drängende Herausforderung: die massive Überlastung von Arztpraxen und Krankenhäusern. Patientinnen und Patienten suchen mit teils leichten Beschwerden, wie Erkältungssymptomen oder Rückenschmerzen, unnötig häufig ärztliche Hilfe, was zu langen Wartezeiten und einer ineffizienten Nutzung knapper Ressourcen führt. Deutschland hat eine der höchsten Raten an Arztkontakten weltweit, und die unbesetzten Arztsitze verschärfen die Situation zusätzlich. 🩺

Ein vielversprechender Weg, diese beiden Probleme – die Stärkung der Vor-Ort-Apotheke und die Entlastung der Ärzteschaft – gleichzeitig anzugehen, ist die Telepharmazie.

Mehr Infos darüber findest du hier.

Was ist Telepharmazie und wie kann sie die Vor-Ort-Apotheke stärken? 🏥

Der Begriff „Telepharmazie“ war in der Vergangenheit oft missverständlich und wurde mit „Apotheken light“ oder gar Versandhandel gleichgesetzt. Eine klare, allgemeingültige Definition fehlte. Doch die gute Nachricht ist: Die Politik scheint hier umzudenken und eine konstruktive Arbeitsgrundlage schaffen zu wollen. Wie Unions-Gesundheitssprecherin Simone Borchardt jüngst betonte, muss Telepharmazie die Apotheken stärken und die Versorgungsqualität anheben. Sie darf sich nicht auf Online-Shops beschränken, sondern muss vielmehr die vielfältigen Möglichkeiten digitaler Anwendungen nutzen.

Für die Vor-Ort-Apotheke bedeutet dies konkret:

  • 🖥️ Digitale Beratungsangebote: Hier geht es nicht um eine Apotheke ohne Apotheker, sondern um die Erweiterung der persönlichen Beratung durch digitale Kanäle. Patienten könnten sich online an Apotheker wenden, um sich beispielsweise über Neben- oder Wechselwirkungen ihrer Medikamente zu informieren. Die physische Präsenz des approbierten Apothekers in der Apotheke bleibt dabei essenziell, die digitale Zuschaltung dient der Ergänzung und Flexibilisierung.
  • 💊 Verbessertes Medikationsmanagement durch E-Rezept und ePA: Die Nutzung des E-Rezepts und der elektronischen Patientenakte (ePA) durch Apothekenpersonal ermöglicht ein umfassenderes Medikationsmanagement. Apotheker können so Wechselwirkungen besser überprüfen und eine sicherere Versorgung gewährleisten.
  • 👨⚕️ Stärkere Vernetzung mit Ärzten und Pflegepersonal: Digitale Anwendungen können die Kommunikation und Kooperation zwischen Apotheken, Ärzten und Pflegepersonal erheblich verbessern. Dies führt zu einer effizienteren Patientenversorgung und entlastet die Arztpraxen, da Apotheken als niedrigschwellige Anlaufstellen für nicht-ärztliche Belange fungieren können.

Mehr dazu hier.

Politische Weichenstellungen für eine erfolgreiche Telepharmazie

Die jüngsten Aussagen der Union zeigen, dass die Politik erkannt hat, dass eine Stärkung der Telepharmazie nur durch eine konsequente Verbesserung der Rahmenbedingungen und Honorierung für telepharmazeutische Leistungen erfolgen kann. Die geplante Vereinheitlichung der Vorgaben für lokale Apotheken und Versender sowie die Überwindung von Sektorengrenzen sind entscheidende Schritte, um Rechtssicherheit zu schaffen und das Vertrauen in digitale Strukturen zu stärken. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: „Rahmenbedingungen und Honorierung für Videosprechstunden, Telemonitoring und Telepharmazie verbessern wir, um die Versorgung flächendeckend sicherzustellen.“

Mehr zu de Thema kannst du hier nachlesen.

Die Zukunft ist digital – und persönlich 🖥️📲

Die Telepharmazie bietet eine enorme Chance, die Vor-Ort-Apotheke in ihrer Rolle als zentraler und niedrigschwelliger Anlaufpunkt im Gesundheitssystem zu stärken. Indem Apotheker ihre Expertise auch über digitale Kanäle anbieten und sich stärker mit Ärzten vernetzen, können sie nicht nur ihre eigene Position festigen, sondern auch einen wesentlichen Beitrag zur Entlastung überlasteter Arztpraxen leisten. Es geht nicht darum, den persönlichen Kontakt zu ersetzen, sondern ihn durch digitale Angebote zu ergänzen und zu optimieren. Für den Apothekenbereich ist es von entscheidender Bedeutung, sich weiterhin intensiv mit diesem Thema auseinanderzusetzen, innovative Konzepte zu entwickeln und die politischen Entwicklungen aktiv mitzugestalten. Nur so kann die Apotheke vor Ort ihre unverzichtbare Rolle in einem modernen und effizienten Gesundheitssystem auch in Zukunft voll ausspielen. Die Telepharmazie ist kein „Systembruch“, sondern eine logische Weiterentwicklung, die sowohl für Apotheker als auch für Patienten und Ärzte immense Vorteile birgt.

Danke für eure Aufmerksamkeit! 🤩 Schaut für weitere Einblicke und Lösungen zur Optimierung eurer Lieferprozesse in der Apotheke auf unserer Website vorbei! Bis zum nächsten Mal! 👋

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